Komponist und Organist Thomas Daniel Schlee gestorben
Der Komponist, Organist und Musikmanager Thomas Daniel Schlee ist am 10. November 2025 völlig unerwartet in Wien verstorben. Er wurde am 26. Oktober 1957 in Wien geboren und studierte Orgel, Komposition und Musikwissenschaft in Wien und Paris bei Michael Radulescu, Jean Langlais, Olivier Messiaen und Francis Burt. Als Organist konzertierte er in ganz Europa, wirkte an Rundfunkproduktionen und CD-Aufnahmen mit, fungierte als Juror in internationalen Wettbewerben sowie als Herausgeber.
Von 1990 bis 1998 war er Musikdirektor des Brucknerhauses Linz und künstlerischer Leiter des Internationalen Brucknerfestes, von 1999 bis 2003 Stellvertreter des Intendanten des Internationalen Beethovenfests Bonn. Von 2004 bis 2015 war er Intendant des Festivals Carinthischer Sommer. Schlee hat zahlreiche Werke für Orchester, Vokal- und Kammermusikbesetzungen sowie Werke für und mit Orgel publiziert. 2005 wurde er zum Officier des Arts et Lettres ernannt, 2010 wurde ihm der Österreichische Kunstpreis für Musik, 2012 das Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst verliehen. Für die Komposition „Bild und Gleichnis – Sechs Betrachtungen der Heilsgeschichte für Orgel op. 92“ wurde Schlee 2023 der Kirchenmusikpreis der Stadt Saarlouis zuerkannt.
Olivier Messiaen stellte seinem ehemaligen Schüler ein fulminantes Zeugnis aus: „Thomas Daniel Schlee ist ein offener Geist und ein kultivierter Mann. Er liebt die Musik leidenschaftlich. Er ist ein hervorragender Organist und ein außerordentlich begabter Komponist. Seine Werke zeugen von einem hohen geistigen Streben und einer echten Originalität hinsichtlich der ‚écriture‘ und der Klangfarben.“