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Carus-Gründer Günter Graulich wird hundert

Am 2. Juli 2026 feierte Günter Graulich, im Jahr 1972 Gründer des Carus-Verlags, seinen 100. Geburtstag. Als Verleger, Kirchenmusiker und Pädagoge hat er wie kaum ein anderer die Pflege und Verbreitung der Vokalmusik geprägt – und ein Lebenswerk geschaffen, das weit über Stuttgart hinausstrahlt.

Graulich war nie nur Verleger am Schreibtisch. Als Kirchenmusiker und langjähriger Kantor an der Stuttgarter Matthäuskirche stand er selbst am Pult – über ein halbes Jahrhundert lang leitete er den Motettenchor Stuttgart. Mit seinem Ensemble realisierte er Einspielungen und gastierte auf zahlreichen Konzertreisen im europäischen Ausland und in Amerika.

Sein besonderes Verdienst liegt in der Wiederentdeckung und editorischen Erschließung großer Chormusik. Graulich gab zahlreiche Werke des Barock, der Wiener Klassik und der Romantik heraus. Dass zum Beispiel die geistliche Chormusik von Felix Mendelssohn Bartholdy sowie das Œuvre Josef Gabriel Rheinbergers heute selbstverständlich zum Konzertrepertoire gehören, ist nicht zuletzt ihm zu verdanken.

Für seine Lebensleistung wurde Graulich vielfach geehrt – unter anderem mit der Ernennung zum Kirchenmusikdirektor und dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Er lebt mit seiner Frau Waltraud in Stuttgart. Der Carus-Verlag ist noch immer ein Familienbetrieb: Heute führt ihn sein jüngster Sohn Johannes Graulich. Am 2. Juli wurde der Jubilar mit einem Konzert in der Stuttgarter Stiftskirche gefeiert: Frieder Bernius leitete eine Aufführung von Mendelssohns Paulus mit dem Kammerchor Stuttgart.

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